Die Stadt Tobati
wurde im Jahre 1537 von Domingo Martínez de Irala gegründet. Das genaue
Gründungsdatum ist nicht mehr bekannt, nach bestehenden Geschichtsberichten
kann man nur Vermutungen darüber anstellen.
Auf Vorschlag des Presbyters und Historikers Teófilo Cáceres wurde
der 3. Oktober als Gründungstag dieser Stadt festgelegt, weil an diesem Tag
der Gründer Domingo Martínez de Irala starb.
Amerika war erst 20 Jahre entdeckt worden, als die Geschichte des Dorfes von Tobatí
begann. Der Stadtname kommt von "Tova", was "Ureinwohner",
und "Ti", was "bewohnt" auf Guaraní bedeutet.
Aus dieser Stadt stammen große Persönlichkeiten der paraguayischen
Geschichte, wie Capitán Pedro Juan Caballero. Während des großen
Krieges der 70er Jahre (Dreibundkrieg) brachte die Stadt ebenfalls große
Helden hervor, wie z. B. Kapitän Bonifacio Rodríguez und den Presbyter
Giairaré. Während des Chaco-Krieges machten Persönlichkeiten
wie Oberst Luis Piñanez, Kapitän Andréz Piñanez und
Leutnant Antonio Blanco von sich reden.
Die Stadt Tobatí liegt im Departement Cordillera und ist 17 km von der
Stadt Caacupé entfernt, mit der die Gemeinde über eine Asphaltstraße
verbunden ist.
Beim Eintritt in die Stadt sieht man den Berg Tobatí, einen Felsen, der
die Besucher auffordert, seine Höhen zu erklimmen, um die herrliche Landschaft
der Cordilleras de Altos zu genießen. Besucher mit Vorstellungsvermögen
können an diesem Berg verschiedene Formen und Figuren erkennen, welche die
Natur geschaffen hat. Gleich am Eingang der Stadt wird der Besucher von 3 Indio-Köpfen
begrüßt.
Auf dem Weg nach Tobati kann man in einer dauerhaften Kunstausstellung das heimische
Kunsthandwerk anschauen und kaufen.
Der hauptsächliche
Wirtschaftszweig in Tobatí ist die Herstellung von Material für die
Bauindustrie. Hier werden Ziegelsteine, Dachpfannen und auch Abflussrohre hergestellt.
An der Verbindungsstraße zwischen Caacupé und Tobatí sind
sehr viele der hier als "Olería" bezeichneten kleinen Ziegelbrennereien
angesiedelt. Die rauchenden Olerías verkünden schon von weitem, dass
wieder einmal Ziegel oder Dachpfannen gebrannt werden. Der orangerote Farbton
der Ziegelwaren ist das Gütezeichen dieser Region. Er lässt den Fachmann
eine gute, satte Lehmerde erkennen.
Der Arroyo (Bach) Tobati durchfließt die gesamte Stadt, und auch hier, auf
einer Bachseite befindet sich ein Labyrinth mit Hunderten von kleinen Ziegeleien.
Wer sich nicht auskennt, verirrt sich sehr leicht zwischen der großen Anzahl
der Betriebe. Die Mehrzahl der Bürger von Tobatí arbeitet in ihnen,
um sich hier im Schweiße ihres Angesichtes ihr tägliches Brot zu verdienen.
Und dies im wahrsten Sinne des Wortes, zumal oft an den heißen, paraguayischen
Tagen, bei höchsten Tagestemperaturen ein kaum zu atmender, unerträglich
heißer Wind von den brennenden Olerías herüberweht.
Aus dem Labyrinth
der Olerías heraus führt ein 10 km langer Weg in die Compañía
(ländlicher Vorort) 21 de Julio (21. Juli). Hier ist ein anderer wichtiger
Wirtschaftszweig Tobatís ansässig. Dort findet man die Künstler
des Lehmhandwerkes. Die zahlreichen kleinen Häuser, die den Ort bilden, haben
alle ihre eigenen, typischen Tatakua (landesweit ein Ofen zum Backen von Chipa
und Sopa). Jedoch sind diese Tatakua nicht zur Herstellung von Essbarem gedacht,
sondern werden von den Besitzern in dieser Compañía zur Herstellung
von Pflanzentöpfen, Pflanzenschalen, Krügen, Gefäßen, Tellern,
Schüsseln und vielen anderen Kunst- und Gebrauchsgegenständen aus Lehmerde
verwendet. Die in der Compañía 21 de Julio gearbeiteten Gefäße
sind in ganz Paraguay sehr begehrt. Von hier kommen die Ausstellungsgegenstände,
die im Museo del Barro (Lehm-Museum) in Asunción zu bewundern sind sowie
in den vielen Geschäften, die sich mit dem Verkauf dieser künstlerischen
Tonartikel an die Touristen beschäftigen. Der Absatz der Arbeiten aus Tobatí,
insbesondere aus der genannten Compañía, garantiert dieser Gemeinschaft
einen verhältnismäßigen Wohlstand.
Zu verschiedenen Gelegenheiten werden in Tobatí Ausstellungen mit den künstlerischen
und handwerklichen Produkten seiner Bewohner gezeigt.



