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Porto Alegre
Porto Alegre – der fröhliche Hafen - von Moritz Förster

Im Busbahnhof von Porto Alegre tummeln sich die Leute. Man sagt, die Stadt sei nicht ungefährlich. Doch eigentlich wirkt alles sehr normal. Es ist früh morgens. Dort döst jemand, an den Telefonzellen schreit ein junger Mann in den Hörer, und nicht weit entfernt verkauft ein kleiner Junge Kaugummis.

Trotz des lauthals telefonierenden Mannes ist alles sehr entspannt. Porto Alegre ist das Tor Richtung Brasilien. Die Pforte im Süden des Landes in der Nähe Uruguays. Was ist das Besondere an Porto Alegre? Wenn in Europa von Brasilien die Rede ist, dann denken die Leute zuerst an Rio, dann an Sao Paulo. Und Porto Alegre? Die Stadt wurde im 18. Jahrhundert von portugiesischen Einwanderern gegründet. Heutzutage bietet sie, wie viele südamerikanische Städte, ein buntes Stadtbild mit Kolonialbauten, Einkaufsstraßen und Hochhäusern. Porto Alegre ist eine der aufstrebendsten Städte Brasiliens. Einwanderer aus der ganzen Welt – darunter viele Deutsche und Italiener – verleihen dem Ort eine internationale Atmosphäre. Es ist schwierig, von etwas Herausragendem zu sprechen. Und dennoch hat die Stadt ihre Eigenart, vielleicht gerade, weil große Besonderheiten fehlen. Da ist der Palacio Priantini, das Verwaltungsgebäude der Stadt, da ist der Mercado Publico, der eher an eine große Bahnhofshalle erinnert.

Um Porto Alegre kennen zu lernen, muss man durch die Einkaufsstraßen Richtung Markthalle schlendern. Wie in jeder Großstadt finden wir auch in Porto Alegre ein C&A, wir sehen Büros und wir sehen Heldenstatuen, auf denen stolze Reiter sitzen, dahinter strecken sich mehrere Kathedralen im Kolonialstil hoch in die Luft.
In der Markthalle angekommen, erleben wir eine angenehme Überraschung. Der Markt, in anderen Orten Südamerikas ein chaotischer und hektischer Ort, ist in Porto Alegre eine gut organisierte Einkaufshalle. Zwei Stockwerke gibt es, die Geschäfte sind sauber, die Leute entspannt und die ganze Atmosphäre eher wie auf einem Wochenmarkt einer süddeutschen Kleinstadt. Wären da nicht der Mate-Tee, verschiedenste Lederwaren und die tropischen Früchte.

Doch Porto Alegre ist nicht nur Europa-Abklatsch. Das erkenne ich spätestens, als ich vom ehemaligen Gaswerk „Usina do Gasometro“, das heute ein Kulturzentrum ist, auf die Stadt hinab blicke. Auf der einen Seite die Gebäude, die sich auf kleineren und größeren Hügeln Richtung Horizont ziehen, auf der anderen Seite der Fluss Guaíba. Der Fluss zieht sich lagunenartig im Süden um den Stadtkern. Und nachdem ich vom Gaswerk aus einen Blick über die Stadt geworfen habe, mache ich mich auf, um etwas außerhalb ein erfrischendes Bad zu nehmen. Danach geht es zurück ins Zentrum, wo ich ein deftiges Rindersteak esse. Dafür ist Porto Alegre berühmt, ebenso wie für den Fußballklub Internacional, der dem FC Barcelona den Weltpokal wegschnappte. Porto Alegre bedeutet fröhlicher Hafen – eigentlich ist damit alles gesagt.

 
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