------------------------------------- Altos -----------------------------------

Geschichte
Altos ist eine der ältesten Städte in Paraguay. Es gibt zwei Gründungsdaten.
Eins geht auf den Gouverneur Domingo Martínez de Irala zurück, der
das Dorf im Jahr 1538 gegründet haben soll. Andere meinen, es sei die erste
guaranyische Siedlung in Paraguay und in der Río de la Plata-Region gewesen.
Sie wäre im Jahr 1580 vom Bruder Luis de Bolaños gegründet worden.
Von dieser Zeit an wurde den Indianern systematisch die europäische Religion
auf Guaraní beigebracht.
Der Name der Stadt wurde oftmals geändert; von “Yvytyrapy” (Yvyty:
Felsen; Rapy: Gipfel), “Yvyty”, “San Lorenzo de Altos”, “Cordillera
de los Altos”, “Los Altos”, bis es schließlich bei “Altos” blieb.
Altos ist eine der wenigen Städte, die ihren ursprünglichen Guarani-Namen
für ihre Wohnviertel beibehalten hat (Jacare, Tucangua, Cañada, Choci,
Poraru, Ittay und Tape Kesa). Außerdem gibt es in der Innenstadt vier Wohnviertel:
San Blas, María Auxiliadora, Virgen del Rosario und Sagrado Corazón
de Jesús.
Die ersten Deutschen, die im Jahr 1880 nach Paraguay kamen, ließen sich
in Altos nieder. Wo sie im Jahr 1894 die deutsche Schule “Patria” gründeten,
war seit jeher der Friedhof der Indianer. Früher war es üblich, den
Friedhof hinter Kirchen zu bauen.
Religiöse Traditionen
Altos war schon immer ein sehr religiöses Dorf, was man an den alltäglichen
Lebensgewohnheiten der Menschen feststellen kann.
Das Patronatsfest zu Ehren von “San Lorenzo”: wird jedes Jahr am
10. August gefeiert. Es werden zahlreiche kirchliche und traditionelle Veranstaltungen
organisiert, und alle Einwohner beteiligen sich an diesem Ereignis.
Osterwoche: erinnert an Jesu’ Leben, Leiden und Tod. Es werden Bilder aus
dem 19. Jahrhundert ausgestellt, und viele Menschen aus Nachbardörfern kommen,
um an den Festlichkeiten teilzunehmen.
Das Fest San Pedro- und San Pablo: wird am 28. und 29. September zusammen mit
2 kleinen Nachbardörfern (Itaguazú und Ybu) zur Erinnerung an die
Heiligen Peter und Paul gefeiert. Die Kambá- und Guaikurúindianer
geben Vorstellungen, und es werden traditionelle Spiele und Speisen angeboten.
Seltsame Masken aus Holz und Federn, dem wichtigsten Kunsthandwerk dieser Gegend,
werden ausgestellt. Meist werden auch Sketche vorgeführt, die sich auf aktuelle
Themen beziehen.
Kunsthandwerk
Typisch für Altos ist die Verarbeitung von Timbo-Holz. Dies ist eine
sehr leichte Holzart, aus der Masken, Blumen und andere Dekorationsartikel hergestellt
werden.
Für viele Familien ist das Kunsthandwerk die wichtigste Einkommensquelle.
Leider wird dieser Teil der Kultur nur wenig vom Staat unterstützt, und
so müssen sie ihr Handwerk vernachlässigen, um auf andere Art Geld
zu verdienen.
Die Arbeiten von Altos sind im ganzen Land sehr beliebt, sie werden hauptsächlich
in Areguá an Touristen verkauft. Besonders auffällig sind die farbenfrohen
Muster und kreativen Designs.
Sehenswürdigkeiten
Kirche “San Lorenzo”: Diese Kirche wurde ca. im Jahre 1600 von
den Franziskanern gebaut. Sie wurde jedoch nicht gepflegt, und nach einiger Zeit
waren nur noch Trümmer und Baureste zu sehen. Etwa im Jahre 1822 wurde die
Kirche renoviert und blieb bis zum Krieg im Jahr 1870 erhalten. Die Kirche, wie
man sie jetzt kennt, wurde im Jahr 1878 wieder aufgebaut. Restauriert wurde sie
im Jahre 1880, jedoch später von außen wieder komplett verwüstet.
Zur Zeit kann man hier wertvolle Gemälde von Heiligen betrachten. Außerdem
glaubt man, dass in den Wänden wertvolle Schätze versteckt sind.
Das Haus von Luis Alberto del Paraná: Der weltbekannte Musiker Luis
Alberto del Paraná wurde am 21. Juni 1926 in Altos geboren. Sein Geburtsname
war Luis Hosmer Meza. Schon im Kindesalter zeigte er großes musikalisches
Talent. Nach vielen gewonnenen Wettbewerben wurde er schließlich “der
tropische Troubador der Welt” genannt. Später begleitete ihn auch
sein Bruder Reinaldo.
Bäche und Felsen: In Altos fließen viele kleinere Bäche, die
im Sommer als Badeplätze benutzt werden. Sie sind noch fast komplett im
Naturzustand, mit zahlreichen Bäumen, die für Schatten sorgen. Wenn
man durch den Ort fährt, hat man an vielen Punkten eine ideale Aussicht
auf die Landschaft um Altos.
Itá Guazú
Itá Guazú ist eine kleine Gemeinschaft von ca. 400 Menschen in
Altos. Sie haben sich die Aufgabe gestellt, jedes Jahr die Tradition des „Kamba
Ra’anga“ abzuhalten. Mit Kamba Ra’anga sind die Spiele mit
Masken und Feuer auf dem jährlichen San Pedro und San Pablo-Fest gemeint.
Es ist eine sehr einfache Gemeinschaft. Es gibt nicht einmal eine Schule für
die Kinder. Zum Lernen müssen sie bis nach Altos gehen. Jedoch sind die
Leute sehr großzügig mit ihren Gästen, denen sie viele typische
Gerichte zum Probieren anbieten.
Die Tradition des Kamba Ra’anga führt etwa auf die Zeit des Krieges
von 1870 zurück, als viele Sklaven nach Altos kamen. Die Einwohner waren
begeistert von den exotischen Tänzen, die diese vorstellten. Mittlerweile
hat sich ein Organisationskommittee gegründet, das sich 2 Monate vor dem
Fest zusammensetzt, um das Schauspiel zu organisieren.



