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9. Folge - Steuerzahler und Verbraucher angesichts der Steuerreform -
Eine Analyse nach Gesellschaftsschichten.

Dr. Ricardo Rodriguez Silverovon Dr. Ricardo Rodriguez Silvero - Die oberen Klassen und die Steuerreform

In den oberen Klassen haben die natürlichen Personen eine höhere steuerliche Belastung als früher zu ertragen, da sie erstmalig – nach Inkrafttreten – von der persönlichen Einkommensteuer erfasst werden. Die Grundlage ist das Einkommen, soweit es oberhalb der Freigrenze liegt. Belastet wird das zu versteuernde Nettoeinkommen (Brutto-Einkommen minus Kosten und Investitionen, soweit diese absetzungsfähig sind).

Die natürlichen und juristischen Personen, Steuerzahler der Einkommensteuer auf Handel, Industrie und (nicht persönlicher) Dienstleistungen – IRACIS (entsprechend ungefähr der deutschen Körperschaftssteuer) – erleben hingegen eine Minderung des Steuerdrucks, denn der Steuersatz ist erheblich gesenkt worden, die Absetzmöglichkeiten wurden erweitert. Andere positive Neuigkeiten sind, dass Frachtkosten für Exportlieferungen nicht mehr belastet werden und dass Steuern auf Exporte jetzt mit besseren Durchführungsbestimmungen für deren Rückvergütung versehen wurden.

Es stimmt, es gibt auch einige negative Nachrichten für Unternehmen, die legal in Handel, Industrie oder Dienstleistung arbeiten. Sie können heutige Verluste nicht mehr auf spätere Geschäftsjahre vortragen. Auch werden heute Dividenden oder Gewinne steuerlich belastet, die eine Handelsgesellschaft in ihrer Eigenschaft als Aktionär oder Gesellschafter an anderen Gesellschaften einnimmt, sofern diese der IRACIS-Steuer unterliegen, der Steuer auf landwirtschaftliche Aktivitäten IRAA oder der neuen IMAGRO-Steuer. Dabei müssen diese Dividenden oder Gewinne 30% der gesamten zu versteuernden Brutto-Einnahmen übersteigen.

Es stimmt auch, dass die Steuerzahler der neuen IMAGRO-Steuer für große Immobilien (mehr als 300 landwirtschaftlich nutzbare Hektar in der Ostregion und mehr als 1.500 ha im Chaco, wenn mehr als 30% der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche – im Gesetz als SAU bezeichnet – genutzt wird) heute 10% auf ihren tatsächlichen Gewinn abführen müssen, falls sie ihren Gewinn mit einer kompletten Buchführung ermitteln. Andernfalls können sie, wenn sie den Landbesitz nicht rational ausnutzen, eine Pauschale von 2,5% auf einen angenommenen Gewinn zahlen.

Es ist anzunehmen, dass beim Vergleich der Vor- und Nachteile für Steuerzahler der Oberklassen, welche IRACIS, IRAA oder die neue IMAGRO zahlen, ein durchaus positives Ergebnis entsteht, sofern legal gearbeitet wird. Dies wird ein kräftiger Antrieb zur Legalisierung der Aktivitäten für diejenigen sein, die noch gänzlich oder teilweise in der Schattenwirtschaft arbeiten.

Es schreibt für Sie:
Dr. Ricardo Rodríguez Silvero
www.rodriguezsilvero.com.py
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